Zum Abschluss der Spielzeit ein Gemeinschaftskonzert der Berliner Singakademie und des Philharmonischen Chores Berlin

Benjamin Britten: War Requiem am 25. Juni 2017 in der Philharmonie Berlin


Ein unheilvolles Intervall, Totenglocken aus der Ferne und ein Chor, dessen flehentlicher Sprechgesang die Bitte um ewige Ruhe ist: „Requiem aeternam dona eis domine!“ – so beginnt eine der bedeutendsten Kompositionen des 20. Jahrhunderts, Benjamin Brittens (1936-1976) War Requiem. Die Worte des englischen Dichters Wilfred Owen (1893-1918) „Mein Thema ist der Krieg und das Leid des Krieges, die Poesie ist im Leid… Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist warnen.“ setzte Britten seiner Partitur voran. Owen selbst hat den ersten Weltkrieg aus nächster Nähe erfahren und während die tatsächlichen Gräuel auf den Schlachtfeldern in der offiziellen Berichterstattung nicht vorkamen, wollte er die Brutalität, die Unmenschlichkeit und Sinnlosigkeit des Krieges in seiner Dichtung aufdecken.

Benjamin Britten war als erklärter Pazifist dem Werk Owens zeitlebens verbunden und so sind nicht weniger als neun Antikriegsgedichte dieses Dichters ins War Requiem eingeflossen; zusammen mit dem lateinischen Text der „Missa pro defunctis“ werden sie zu einem öffentlichen Antikriegs-Bekenntnis. Für die Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung der im zweiten Weltkrieg zerstörten Coventry-Cathedral 1962, die sehr im Licht der Öffentlichkeit standen, wurde auch Britten gebeten, diese Feier musikalisch auszugestalten und es bot sich ihm eine große Gelegenheit, seine pazifistische Botschaft einem breitem Publikum in einer Komposition zu vermitteln. Und mit seiner Wunschbesetzung für die Uraufführung – der englische Tenor Peter Pears, der deutsche Bariton Dietrich Fischer-Diskau und die russische Sopranistin Galina Vishnevskaya – plante Britten einen symbolischen Akt zur Versöhnung der im Krieg verfeindeten Völker; der russischen Sängerin wurde leider die Ausreise verweigert – dennoch kam die
Friedensbotschaft an, das War Requiem riss die Zuhörer bei der Uraufführung zu Begeisterungsstürmen hin.

Mit seinen oratorisch angelegten Ebenen aus Solisten, Chor, Knabenchor, Kammerorchester, Sinfonieorchester und Orgel könnte man denken, Brittens Requiem sei ein Werk von monumentaler Anlage. Doch es bleibt überraschend intim und zurückhaltend; es ist geprägt von einem Ausdruck stiller Empfindsamkeit, die öffentliche mit privater Trauer und die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet.

Konzertagentur Adler
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Ticket-Hotline: 030-826 47 27
Ticketpreise von 12 bis 35 Euro

Berliner Singakademie vor dem Konzerthaus Berlin
Das gesamte Konzert-Programm für die Spielzeit 2016/17 finden Sie hier zum Download.

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